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Welche Flat-Pedals sind wirklich griffig?

(Lesezeit: 4 Minuten)

Es gibt Flat Pedals wie Sand am Meer. Grosse, kleine, farbige, solche aus Plastik und solche aus Alu... wie soll man denn da wissen, was gut ist?

 

Ich gebe dir hier eine glasklare Anleitung, woran du ein griffiges Pedal erkennst, ohne dass du dich jemals draufgestellt hast. Es genügt, das Pedal in den Fingern zu haben oder sehr aussagekräftige Fotos zu besitzen. Los gehts:

Warum überhaupt griffig?

Die numbernine Bikeschule hat sich auf Sicherheit in Abfahrten spezialisiert. Das ist die Fahrsituation, wo die meisten Unfälle passieren. Eine von vielen Unfallursachen ist die Sache mit den Pedalen. 

 

Du hast in der Abfahrt nämlich ZWEI Kontaktpunkte vom Körper zum Bike: 

  1. Den Lenker
  2. Die Pedale

Wenn einer dieser beiden Kontaktpunkte nicht gut eingestellt ist bzw. nicht optimal funktioniert, wirst du immer einen Grossteil der Kontrolle über dein Bike abgeben. Über das richtige Lenker/Cockpit-Setting gibt es einen eigenen Beitrag in der Akademie. 

Ein schlechtes Pedal

Die landläufige Meinung sagt „flacher ist besser“. Gemeint ist die Bauhöhe eines Flat-Pedals. Dies stimmt zwar in Bezug auf den Schwerpunkt des Bikers in seinem Gesamtsystem „Bike“. Jedoch haben flache Pedale einen grossen Nachteil:  der Grip ist MASSIV schlechter. Warum? Schau dir die folgende Grafik an:


Eine Schuhsohle ist immer leicht gewölbt. Ausserdem lastet dort, wo du deinen Fussballen hast, das meiste Körpergewicht. Und der Fussballen ist die Stelle, die du auf der Pedalachse platzierst.

 

Stehst du also auf einem flachen Flat-Pedal (eines, das überall gleich dick ist), hängt dein Schuh vorne und hinten in der Luft. Bei einem solchen Pedal, speziell wenn die Pins nicht einmal die Achse überragen, stehst du nur auf der Pedalachse und könntest den vorderen und hinteren Teil des Pedals ebensogut wegsägen.

 

 

Die Pins an dieser Stelle sind nutzlos und du rutscht garantiert von deinem Pedal ab. Zumindest aber bist du oft abgelenkt, weil deine Füsse auf dem Pedal umhertanzen und du ständig versuchst, eine gute Position zu finden. Das sind die Momente, wo Unfälle passieren, weil du mit deinen Gedanken nicht auf dem Trail bist.

Ein gutes Pedal

 

Ein Griffiges Pedal ist STARK KONKAV. Das heisst, dass der mittlere Achsteil deutlich dünner sein muss als der äussere Bereich. Dadurch stehst du  nicht auf der Achse, sondern hast eine viel grössere Auflagefläche mit deinem Schuh. Und wenn du in Physik schön brav warst, weisst du, dass du dann mehr Grip hast.


Eine stark konkave Form ist das absolute Killerkriterium für guten Grip.
Eine stark konkave Form ist das absolute Killerkriterium für guten Grip.

Welche Pins?

Die beste Pedalform nützt dir nichts, wenn die Pins schlecht gestaltet sind. Achte auf möglichst dünne und lange Metall Pins.

 

  1. Ein Pin (die "Nägeli", wie sie viele Einsteiger bezeichnen), sollte mindestens 3mm, besser 4mm aus dem Pedalkörper herausragen
  2. Der Durchmesser sollte 3mm nicht überschreiten
  3. Ausserdem MUSS ein Pin aus Metall sein.

 

Die Kombination all dieser Merkmale stellt sicher, dass sich die Pins tief in deine Sohle graben können. So hast du nicht nur seitlichen Halt, sondern vor allem auch vertikalen Halt. Und dieser ist extrem entscheidend im Gelände, ob du Lust oder Frust hast.

Quiz

Schau dir ein Pedal nach dem anderen an und überlege, ob es empfehlenswert ist oder nicht. Warum? Klicke dann das Bild an, um die Lösung zu lesen.

Fazit

Hinterfrage alles was du kaufst. Gehe nicht davon aus "dass es schon gut sei". Informiere dich, teste, überlege logisch. Und lass dich nicht von Emotionen oder Markenlabels blenden. Oft sind es die kleinen, unbekannten Brands, die die besten Produkte entwerfen.

 

happy trails, Holger.

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